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Test it - Keep it

Seasonic Syncro Q704 mit Syncro Connect DGC-750w

Seasonic Syncro Q704 mit Syncro DGC-750 + Syncro Connect Modul

Ein Review von Sebastian Schwerdtfeger

Ich bin kürzlich durch die PCHMG „Test it – Keep it“ Aktion an ein Seasonic SYNCRO Q704 mitsamt DGC-750W Netzteil gekommen. Das Gehäuse fand ich wirklich sehr lang sehr spannend und wollte das unbedingt mal in der Praxis ausprobiert haben. Von daher konnte ich kaum froher sein, als Martin mich mit der erfreulichen Nachricht anschrieb 🙂 In diesem Sinne schildere ich jetzt hier Stück für Stück meine Eindrücke!

Zuvorderst: Seasonic ist auf dem Hardwaremarkt eine bekannte Größe. Wer nach qualitativ hochwertigen Netzteilen sucht, wird an dem taiwanesischen Unternehmen kaum vorbeikommen. Selbst wer einen anderen Hersteller wählt, hat mit nicht geringer Wahrscheinlichkeit am Ende doch ein Seasonic Netzteil daheim. Viele bekannte Hersteller vertreiben letztlich „bloß“ umgelabelte Seasonic Produkte. Mit so viel Vertrauen von Verbrauchern und Industrie hat Seasonic sich nunmehr scheinbar gedacht, dass es an der Zeit wäre, die Produktpalette etwas zu erweitern und mit dem SYNCRO Q704 ein erstes Gehäuse herausgebracht.

Seasonic wählt hierbei nicht den einfachen Weg, sondern liefert in zweierlei Hinsicht einen pfiffigen Tower ab:

1.) Das Gehäuse ist primär auf die Seasonic CONNECT Netzteile abgestimmt. Diese versorgen mit nur einem Kabelstrang die sogenannte CONNECT Box, von der aus Kabel an alle weiteren Komponenten gehen. Aus dem Netzteil selbst kommt sonst kein weiteres Kabel mehr. Das soll vor allem das Kabelmanagement verbessern, da die eigentlichen Anschlusskabel kürzer sein können und besser erreichbar sind. Meines Wissens ist das ein wirklich einzigartiges Konzept, vergleichbare Umsetzungen sind mir nicht bekannt.

2.) Das Mainboard wird auf den Kopf gedreht und wandert deshalb entsprechend auf die linke Gehäuseseite. Da die Heißluft von der GPU so nicht mehr zur CPU aufsteigen kann, soll dies vor allem dem Wärmemanagement dienlich sein und ist für mich der eigentliche Aufbringer, der mich seit Launch so begeistert.

In diesem Sinne bin ich total begeistert, jetzt dieses Schmuckstück in meinen Händen zu halten – wobei ich die 15 kg Case nicht wirklich in den Händen halten will, sondern sie doch lieber vor mir auf den Boden stelle. Die UVP für Seasonics Gehäuse-Erstwerk liegt bei sagenhaften 389,90, selbst mit Netzteil liegt man hier also theoretisch in der absoluten Oberklasse. Der aktuelle Marktpreis (01.06.2022) liegt hingegen bei ungefähr gemäßigteren 260€ – die Erwartungshaltung bleibt hoch. Schauen wir uns also mal an, was Seasonic hier abgeliefert hat!

Auspacken & Loslegen

Es gibt Tage, an denen ich die Paketboten wirklich nicht beneide. Heute ist so ein Tag. Der Karton vor meiner Wohnungstüre wirkt erstmal riesig. Wie groß mag wohl das Gehäuse sein?

Ich habe Hummeln im Hintern und fange direkt mit dem Auspacken an. Da fällt direkt etwas auf: Gehäuse und Netzteil sind jeweils in separaten Kartons verpackt. Das finde ich aus mehreren Gründen merkwürdig:

1.) In Deutschland wird das SYNCRO Q704 nur in Verbindung mit den SYNCRO CONNECT Netzteilen verkauft, nicht stand-alone. Da Gehäuse und Netzteil auch aufeinander zugeschnitten sind, ist das aus meiner Sicht durchaus sinnvoll. Wenn diese Teile nun sowieso nur zusammen verkauft werden, warum sind sie dann nicht bereits vormontiert? Das würde einem einiges an Arbeit beim Aufbau ersparen, worauf ich noch später zurückkommen werde.

2.) Als erfreulichen Side Effect würde man dadurch noch Verpackungsmaterial einsparen und auch die Verpackungsgröße könnte deutlich reduziert werden.

Einmal ausgepackt sieht das Gehäuse klasse aus. Ein Blick ins Innere wird zwar anfangs noch aufgrund der verschraubten Transportsicherung verwehrt, aber äußerlich hat man hier ein sehr dezentes Schmuckstück geschaffen. Der Materialmix aus robustem Stahl, Alu und Glas hinterlässt eine hohe qualitative Anmutung. Seasonic liefert hier kein „dünnes Kuchenblech“ sondern ein rundum stabiles Produkt. Nichts wackelt, nichts klappert, hat irgendwie Spiel oder macht schon beim Ansehen seltsame Geräusche. An den Kanten schneidet man sich nicht und vom ersten Eindruck her muss man kein Raketenwissenschaftler sein, um das Case mit den Komponenten seiner Wahl zu verschmelzen. Die Staubfilter sitzen alle gut und lassen sich auch einwandfrei entnehmen und reinigen. Kaum 5 Minuten nach Auspacken machte mein Kater seinerseits einen Praxistest und sprang auf’s noch leere Gehäuse. Steht fest, Staubfilter oben sitzt und wird auch nicht von seinen Krallen durchlöchert. Es könnte also gar nicht besser anfangen.

Seasonic CONNECT DGC-750W

Das DGC-750W ist für mich gewissermaßen ein Abstieg, da ich bis zum Beginn des Tests noch ein etwas größeres Seasonic PRIME GX-850 verwende. Dieses sieht quasi 1:1 wie das CONNECT Netzteil aus – bis auf den Umstand, dass eben nur ein großes Kabel aus der Rückseite kommt und in die CONNECT Box geht. Die CONNECT Box wird im Gehäuse befestigt und ist dann ein von außen sichtbares Element. Dazu muss man allerdings erst das standardmäßig verbaute Tray zum Kabelmanagement demontieren. Wenn man doch eh beides zusammen erwerben muss, hätte das aus meiner Sicht bereits passiert sein können. Schwamm drüber! Falls es jemanden interessiert: Standard-Netzteile lassen sich NICHT mit der CONNECT Box verbinden.

Die CONNECT Box stellt 6 PCIe Stromanschlüsse Mainboard-seitig bereit sowie den ATX-Stromanschluss für’s Mainboard. Alle weiteren Anschlüsse (CPU, SATA,…) sind auf der Vorderseite und somit per se gut hinter der Gehäusetüre versteckt. Die Box verfügt zudem über einen PWM und RGB Connector zum Mainboard und insgesamt 7 PWM Fan sowie 6 RGB Header. Von Haus aus gibt es allerdings keinerlei Beleuchtung (bis auf natürlich die Power-LED), es bleibt erstmal dezent. Die frontseitig standardmäßig verbauten 3 Gehäuselüfter sind anfangs über einen Splitter gekoppelt, können aber so einzeln an die Box angeschlossen werden. Bei theoretischem Vollausbau im Gehäuse mit 8 Lüftern müsste somit höchstens einer (bzw. 2 zzgl. CPU-Lüfter) am Mainboard angeschlossen werden, wodurch nochmal weniger Kabel zu sehen sind. Anschließend konfiguriert man nur im BIOS den jeweiligen PWM-Anschluss vom PWM-Sync mit der Connect Box und schon surren alle Lüfter mit der gewünschten Drehzahl.

Das Netzteil selbst besitzt den bekannten Hybrid Modus, bei dem der Netzteillüfter erst unter Last zu drehen beginnt. Hörbar ist er aber ohnehin nicht. Das mitgelieferte DGC-750 sowie das kleinere DGC-650 sind jeweils 80 PLUS GOLD zertifiziert, das größere DPC-850 sogar 80 PLUS PLATINUM. Darüber hinaus gibt es zumindest zum Testzeitpunkt keine größeren Alternativen mehr. Da der Stromhunger der Hardware mit jeder Generation größer zu werden scheint, wird Seasonic hier eventuell in absehbarer Zeit nachlegen müssen. Andernfalls müssten Interessenten des Gehäuses bzw. vielmehr der Gehäuse-PSU-Kombi auf andere Netzteile schwenken, was aber den Reiz hinter dem Ganzen etwas schmälert. Und wenn man sowieso ein Netzteil mitkaufen müsste, welches anderswo kaum je Verwendung finden wird, was damit anstellen?

Damit die Glastüre wirklich zur Geltung kommt, sollte man – anders als ich anfangs – die Schutzfolie tunlichst auf BEIDEN Seiten abziehen. Es handelt sich übrigens wirklich um eine richtige Türe zum Aufziehen mit rückseitigen Scharnieren, die an der Vorderseite magnetisch gehalten wird. Der vordere Gehäusestaubfilter lässt sich nur bei geöffneter Türe entnehmen, würde aber auch sonst nicht einfach aus Versehen herausfallen. Alle Staubfilter sind übrigens sehr gut luftdurchlässig – ein Luftzug ist deutlich bemerkbar.

Sobald man die Türe dann mal geöffnet hat, fällt schnell auf: in diesem Gehäuse gibt es Platz. Jede Menge Platz! Ob riesige Grafikkarten, umfangreiche Custom-Wasserkühlung, hohe Towerkühler, Radiatoren (2 x 360mm möglich!), drei Plätze auf der Mainboardrückseite für 2,5″ Laufwerke, entnehmbarer Käfig für zwei weitere 3.5″ Laufwerke.. wer braucht mehr? Und was sehe ich bei der Gelegenheit: Alphacool hat tatsächlich einen fullcover Kühlkörper für meine 3080 Xtreme, ruft da wohl ein neues Projekt? (●’◡’●)

Aufbauen

Der Aufbau geht grundsätzlich locker von der Hand, auch wenn man natürlich erstmal die Blenden fürs Kabelmanagement entnehmen und dann stattdessen die CONNECT Box einbauen muss. Gehäuselüfter sollten evtl. VOR der restlichen Hardware verbaut werden. Speziell der untere Lüfter auf dem Netzteil-Tray wird unkonventionell verschraubt, vor allem aber sind vermutlich die allermeisten CPU-Kühler später im Weg. Für keinen Lüfter ist eine Entkoppelung vorgesehen, einzig und allein 3.5″ Laufwerke werden entkoppelt. Festplatten müssen jeweils verschraubt werden, werkzeuglose Montage ist hier nicht möglich. Speziell angesichts der UVP hätte ich hier mehr erwartet.

Der Eindruck vom Platzangebot im leeren Gehäuse täuschte nicht. Sobald meine Hardware drin steckte, war immer noch reichlich Stauraum vorhanden. Durch das CONNECT Netzteil samt zugehöriger Box ist das Kabelmanagement wirklich ein Kinderspiel. Weniger Aufwand für ein aufgeräumtes Gehäuseinnenleben hatte ich noch nie.

Die standardmäßig mitgelieferten Gehäuselüfter lassen sich nur äußerst wackelig an der CONNECT Box anschließen, aus irgendeinem Grund rasten die 4 Pin Anschlüsse nicht richtig ein. Was aber viel mehr aufstößt, ist ihre unheimliche Lautstärke. Ich hatte die Lüfter initial an der Box angeschlossen und meine gewohnte Lüfterkurve beibehalten. Das führte dann dazu, dass mir fast die Ohren abfielen, obwohl die Lüfter laut Sensoren mit „nur“ knapp über 900 RPM drehten. Bei ansteigender CPU-Temperatur sitzt man dann gefühlt neben einer Turbine. Weil ich anfangs an einen Fehler meiner selbst oder der CONNECT Box dachte, schloss ich die Lüfter testweise direkt ans Mainboard an, jedoch ohne Besserung.
Laut Fan Specifications im User Manual können die Lüfter bis zu 2150 RPM schnell werden und erzeugen maximal 34 dBA, wobei nicht angegeben wird, in welchem Abstand die Lautstärke gemessen wurde. Jedenfalls sind mir die Nidec Gehäuselüfter VIEL zu laut. Ich wollte ursprünglich die Lautstärke des Systems messen, aber das halten meine empfindlichen Ohren nicht aus. Nicht nur ist das Lüftergeräusch an sich schon laut, es kommt mir auch noch so vor, als würden Schwingungen das Problem noch potenzieren. Unter ca. 900 RPM lassen sich die Lüfter per PWM nicht regulieren und laden im Prinzip dazu ein, die Kopfhörer lauter zu stellen. Aber will man sich anschreien lassen, weil die Hintergrundgeräusche so enorm sind?

Von daher zog fast unverzüglich mein Sammelsurium an Noctua Redux Lüftern aka den grauen Eminenzen ins Gehäuse, insgesamt 6 x 140mm und 2 x 120 mm und damit doppelt so viele Lüfter wie vom Werk. Und voila: Ohne Anpassung der Lüfterkurven (35%/45%/65%, 40/50/70°C) kehrt sofort Ruhe ein. An dieser Stelle muss ich klar die Empfehlung abgeben, die Standardlüfter nicht zu verwenden und möglichst auszutauschen. Jedoch wird das preislich ohnehin nicht gerade günstige Gehäuse so zu einem preislich ziemlich teurem Vergnügen, wenn man nicht gerade noch entsprechende Lüfter auf Vorrat hat. Ich muss hier anfügen, dass die Lüfter das System absolut vertretbar belüfteten und kühlten. Die Laufstärke ist aber aus meiner Sicht nicht nur angesichts der stolzen UVP absolut unangemessen. Zudem spricht Seasonic von „powerful, yet silent cooling“. Letzteres trifft nicht zu.

OPTIMIZED AIRFLOW

Kaum viel intensiver bewirbt Seasonic das gedrehte Layout auf der Artikelseite, dabei ist das ja noch längst keine Alltäglichkeit. Und wer weiß, ob es je eine wird? Was mein Interesse an diesem Gehäuse bisher besonders förderte, war, dass Seasonic hier bei luftgekühlten Systemen gewissermaßen gegen die Physik kämpft. Wo anderswo kalte Luft von unten reinströmt und die warme Luft nach oben abgeführt wird, blasen die Grafikkarten hier die warme Luft plötzlich nach unten. Damit soll vermieden werden, die CPU weiter aufzuheizen. Ein echtes Dilemma hinsichtlich der Belüftung: Sollen die Lüfter im Deckel nun herausblasen oder hineinsaugen? Seasonic selbst sagt dazu:

Empfohlen wird also, die Lüfter für die bestmögliche Kühlung der GPU hineinsaugen zu lassen – und bis auf den Lüfter auf der Rückseite alle anderen Lüfter ebenso. Maximal ein 140mm Lüfter findet dort Platz, was mich zweifeln lässt. Schafft der das?

Ich habe dazu entsprechend ein paar Tests mit reinsaugenden bzw. herausblasenden Lüftern im Deckel in für mich üblichem Betriebsmodus durchgeführt. Neben Messungen der idle Temperaturen habe ich noch einen 30-minütigen Gaming-Benchmark durchgeführt. Zum Vergleich habe ich dieselbe Hardware im vorherigen Gehäuse, einem kleineren und weniger belüfteten Fractal Design Define 7 herangezogen. Die Lüfterbestückung lasse ich möglichst vergleichbar, da das Define 7C weniger Lüfter aufnehmen kann: 2 x 140 mm Front, 2 x 140 mm Deckel, 1 x 120 mm jeweils unten und hinten.

Im idle unterscheiden sich meine Messungen nicht ungeachtet der Lüfterausrichtung, CPU (i7-11700) und GPU (AORUS RTX 3080 Xtreme) schlummern bei ca. 36°C. Die GPU-Lüfter sind bei diesen Temperaturen nicht aktiv.
Unter fortwährender Last dagegen kommt die Belüftung richtig zur Geltung: im kleinen Define sowie herausblasend im Q704 erreicht die Grafikkarte (Hot Spot) bis ca. 84°C. (Die GPU-Temperaturen liegen in meinem Falle immer ca. 10°C darunter, Memory Junction etwa 3-4°C.) Saugen die Lüfter im Deckel jedoch Luft ein, gehen die Temperaturen herunter, und zwar deutlich. Plötzlich waren es nur noch ca. 79°C (Hot Spot). Immer noch zu viel? Mit Vollbestückung an Lüftern lande ich nunmehr bei ca. 77°C. Die CPU-Temperaturen habe ich dabei noch gar nicht erwähnt. Die Differenzen waren hier im Höchstfall 1-2°C, was ich grundsätzlich als Messungenauigkeit abtuen würde. Zudem war das nicht die Differenz zwischen unterschiedlicher Ausrichtung, sondern der oben genannten Anzahl Lüfter und maximaler Vollbestückung. Im Gaming-Test hieß das allerdings, dass die Temperatur 70°C erreichte, wodurch die Lüfter auf das von mir festgelegte Limit von 65% Drehzahl loslegten. Fazit für das Belüftungskonzept also bisher: Es klappt! Ich würde durchaus Vollbestückung empfehlen, es macht sich bemerkbar.
Als Anmerkung sei an dieser Stelle gesagt, dass alle dieser Temperaturen völlig im erlaubten Betriebsrahmen sind.

Der Vollständigkeit halber eine kurze Auflistung meiner Testhardware:

MSI Z590 Unify
Intel i7-11700 + Deepcool AK620
Crucial 2 x 16GB DDR4-3600
Gigabyte AORUS RTX 3080 Xtreme
WD SN850 + WD SN750

Seltsames

Ein paar von Seasonics Design- oder Ausstattungsentscheidungen kommen mir etwas merkwürdig vor. So lässt sich der Laufwerkskäfig an 2 Positionen im Boden befestigen. Anders gesagt: es ließen sich 2 Laufwerkskäfige installieren – wenn nicht nur einer geliefert würde. Als Zubehör wird’s scheinbar auch nicht vertrieben, schade eigentlich. Ob jetzt jemand in heutigen Zeiten abseits von NAS & Co. wirklich so viele 3.5″ Laufwerke beherbergen will oder muss, sei hier dahingestellt. Die Festplatten werden übrigens entkoppelt, können allerdings nicht werkzeuglos montiert werden.

Benötigt man den Laufwerkskäfig aber nicht und entnimmt diesen, täte sich auf dem Boden prinzipiell wieder reichlich Platz für Gehäuselüfter auf, zwei 140er könnten unten vielleicht reinpassen. Leider sieht man das bei Seasonic wohl anders und hat das Gehäuse hier nicht entsprechend mit Bohrungen vorbereitet. Verschenktes Potenzial!

Ein 120mm Lüfter kann immerhin auf dem Netzteiltray befestigt werden, allerdings sollte man das speziell mit luftgekühlter CPU UNBEDINGT machen, BEVOR der CPU Kühler eingebaut wurde. Andernfalls kann man genauso gut das gesamte Board mit Kühler erstmal entnehmen oder wie ich mit nur 2 von 4 Schrauben zufrieden sein. Passt, wackelt und hat Luft (Quatsch, fest genug!).

Irgendwie gefällt es mir ja schon, dass die Kabel hier so sauber und schön verlegt werden, ohne, dass man viel dafür tun müsste. Dennoch sind die Stromkabel für PCIe und Mobo weder Fisch noch Fleisch, besonders schön sehen sie m.E. nicht aus. Das ist für mich nicht ganz so wichtig, da der Rechner unter den Tisch kommt und neben dem Glasfenster doch frecherweise mein Tischbein steht. Das Glasfenster ist ja aber gerade der Indikator dafür, dass man hier vermutlich auch an all diejenigen denken wollte, die ihre Technik gerne zur Schau stellen.

Wer im Übrigen die Stock Fans nutzen will (z.B. aufgrund akuter Taubheit nach dem ersten Einschalten), der wird feststellen, dass das Kabel vom hinteren Lüfter im Leben nicht bis zur CONNECT Box reicht. Das man sowas nicht bedacht hat, bereitet mir doch irgendwie Kopfkratzen.

Was ich ehrlich gesagt toll gefunden hätte, wäre ein integrierter GPU-Halter. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob / wie ich die AORUS 3080 Xtreme (1,8kg Grafikspaß) davon abhalte, der Schwerkraft nachzugeben. Eventuell mit einem stabilen Faden am Deckel festbinden? Ansonsten fällt bei der Grafikkarte die tolle LCD-Anzeige auf, wer AiO-Waküs mit Display verwendet oder entsprechende Anzeigen auf dem Mobo hat (wie auch mein MSI Z590 Unify) wird aber ebenso feststellen, dass er sich absofort auf den Kopf stellen muss, um die Anzeigen abzulesen. Aus den bereits genannten Gründen ist das für mich nur Spielerei. Falls jemand auf derlei Späße steht: bei Gigabyte z.B. lässt sich die Anzeige der AORUS 3080 Xtreme nicht einfach auf den Kopf stellen, kA wie’s anderswo aussieht!

Wer im Übrigen die Stock Fans nutzen will (z.B. aufgrund akuter Taubheit nach dem ersten Einschalten), der wird feststellen, dass das Kabel vom hinteren Lüfter im Leben nicht bis zur CONNECT Box reicht. Das man sowas nicht bedacht hat, bereitet mir doch irgendwie Kopfkratzen.

Was mich angesichts des neuen und kleineren Seasonic Q503 etwas überrascht hat ist der Umstand, dass das Q704 eine andere CONNECT Box verwendet. Das bereitet mir doch etwas Sorge in Hinblick auf die Zukunft. Ich würde mich jedenfalls nicht darauf verlassen wollen, dass man in ein paar Jahren noch problemlos Ersatzteile für dieses proprietäre Stück Technik bekommt, welches ja quasi nur in diesem einen Gehäuse Verwendung findet.

Fazit

Kurz und schmerzlos: Im Grunde genommen macht man mit dem Gehäuse nichts verkehrt und ich empfehle es sehr gerne weiter. Wer jedoch nicht unbedingt das gedrehte Layout und die hohe Integration von Netzteil und Gehäuse braucht oder will, dem fehlt hier vielleicht irgendein besonders lockendes Argument.

Dabei spricht sehr vieles für das Q704:

+ Top Verarbeitung
+ sehr gutes Platzangebot
+ 1A Kabelmanagement
+ leichte Montage
+ Das Kühlkonzept funktioniert!
+ Seasonic-typisch einwandfreies Netzteil
+ Optik (klar, subjektiv)
+ Entkopplung für 3,5″ Laufwerke (wer solche denn noch braucht)

Weniger gut sind hingegen:

– die ab Werk verbauten Lüfter gehen unter keine Kuhhaut und sind unnötig laut
– keine Entkopplung der Lüfter, besonders mit den Stock Fans sorgte das für zusätzliche Unruhe
– an vielen Stellen wäre werkzeuglose Montage wünschenswert

Einigen Punkten stehe ich relativ neutral gegenüber. Ob die Integration von SYNCRO und CONNECT oder die CONNECT Box als solches sich durchsetzen wird und auch auf mittel- oder längerfristige Sicht Ersatzteile verfügbar sein werden, wird sich erst zeigen müssen. Ich, von Haus aus Pessimist, kann hier somit bestenfalls positiv überrascht werden. Problematisch sehe ich da schon eher, dass Seasonic hier nur von 650 bis 850W gedacht hat, was für Interessenten mit leistungshungrigerer Hardware u.U. nicht ausreicht.

Der Preis ist grundsätzlich ein heikles Thema. Würde mich jemand fragen, ob ich ihm die Kombi aus Q704 und DGC-750 für 389,90 UVP wärmstens empfehle, müsste ich verneinen. Mir scheint das nicht angemessen, zu diesem Kostenpunkt würde ich zumindest Features wie Entkopplung der Gehäuselüfter und werkzeuglose Laufwerksmontage erwarten. Zudem wäre ein integrierter GPU-Halter wirklich toll; wie ihr seht, mehr Features kann man sich immer wünschen. Vor allem aber erwarte ich dann leise Gehäuselüfter.

Reden wir nun von 260€ klingt das erstmal immer noch nach viel Geld, aber man bekommt dafür ja zum Gehäuse auch noch ein passendes Netzteil und zusammen dann ein pfiffiges Gesamtkonstrukt mit prima Kabelmanagement. Ein vergleichbares Seasonic Prime GX-750 Netzteil kostet aktuell knapp 130€, womit noch 130€ für’s Gehäuse blieben. Das kostete mein Define 7 Compact und ganz ehrlich: da bin ich Seasonics Q704 dann eher zugeneigt. Das Gesamtpaket aus Optik, Belüftung und Platzangebot gewinnt hier, auch wenn der Vergleich mit dem deutlich kleineren Kompaktgehäuse vielleicht nicht ganz fair ist. Die Nidec-Lüfter lassen mich allerdings weiterhin die Zähne knirschen. Bitte Seasonic, setzt in der nächsten Generation hier an. Ihr macht hier viel richtig, verscherzt es euch nicht an den Ohren eurer Käuferschaft 🙂

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Test it - Keep it

Sharkoon TG7M RGB + Vertical GPU Kit

Test it - Keep it: Sharkoon TG7M RGB + Vertical GPU Kit

Ein Review von Andreas Wolf

An dieser Stelle ein Danke an Sharkoon für die Bereitstellung des TG7M RGB, für das folgende „Test it- Keep it“ Review.
Wer kennt Sharkoon nicht? Ein Hersteller für PC Hardware und Peripherien, der durch eine grosse Palette an Produkte, die ein sehr gutes P/L Verhältnis haben, bei immer mehr PC Enthusiasten auf der Auswahlliste steht.
Auch ich hatte schon ein Case aus der TG Reihe im Einsatz, nämlich das TG5. Ein tolles Case, wenn es nicht dieses eine Problem hätte: die Front aus Glas sorgte leider dafür dass der Airflow nicht sehr optimal war.
Im folgenden Review möchte ich meine Erfahrung mit dem TG7M mit Euch teilen und Euch zeigen wieso Ihr bei Eurer Suche nach einem neuen Case, auch das TG7M zur Auswahl hinzufügen solltet oder auch nicht. 

Link zur Produktseite: https://de.sharkoon.com/product/35069

Versand und Verpackungsinhalt

Das Sharkoon TG7M Gehäuse kommt in einem sehr robusten und schlicht gehaltenen Karton.
Der Karton zeigt uns auf den Aufdruck was uns hier erwartet und die wichtigsten Spezifikationen.
Im
Inneren ist das Case nochmals in einer Stoffhülle verpackt und wird von 2 Styroporteile, die dazu dienen das Case zu sichern, gehalten. Diese sind am Boden und Top des Gehäuses positioniert.
Um das Case aus dem Karton zu entfernen muss dieser oben geöffnet werden, auf der linken Seite gekippt und danach das Case rausgezogen werden, damit es auch richtig rum steht.
Da das Glas nicht sehr geschützt wird, z.B durch ein Styroporteil, hätte ich mir hier eine andere Möglichkeit zur Sicherung im Karton gewünscht, vielleicht so dass die Seitenteile in Styropor eingeschlossen werden und nicht wie jetzt nur Boden und Top des Gehäuses.
Einmal ausgepackt, steht vor uns das Sharkoon TG7M, eine Anleitung sowie ein Stickerbogen.
Weiteres Montagematerial ist, wie meist üblich, in einem kleinen Karton im HDD Schacht verstaut.
Hier enthalten ist:
– die Blende für den vertikalen Einbau der GPU
– Klettverschlüsse
– Kabelbinder
– Entkopplungsringe
– PWM Adapterkabel
Schrauben
Schon vormontiert, finden wir im inneren des TG7M eine Anzahl von 4 x 120mm aRGB Lüfter.

Spezifikationen / Einbaumöglichkeiten

Um nicht alles hier reinzuschreiben, könnt Ihr gerne die Daten den Spezifikationen, die Sharkoon zur Verfügung stellt, entnehmen.
Was ich aber hinzufügen möchte ist, anders als angegeben, dass in der Front auch ein Radiator bis zu 60 mm eingebaut werden kann, wenn die Lüfter zwischen Frontblende und Gehäusefrontwand befestigt werden. Bei einer Push-Pull Konfiguration ist dann wieder nur eine geringere Dicke möglich.

Was den vertikalen Einbau einer Grafikkarte betrifft, hier ist nur der Einbau einer 2-Slot Grafikkarte möglich. Eine 3-Slot Grafikkarte kann man auch einbauen, jedock „klebt“ diese am Glasseitenteil und könnte langsam „ersticken“, da hier kein Platz „zum Atmen“ übrig bleibt.

Für den Einbau einer Custom-Wasserkühlung sehe ich da ausreichend Platz.

Erster Eindruck

Sharkoon bietet uns hier ein sehr stabiles und wertiges PC Gehäuse, das genügend Platz für die zu verbauende Hardware zur Verfügung stellt.

Mit dem TG7M bieten nun Sharkoon auch eine Lösung für die schlechtere Luftversorgung der Komponenten bei den Vorgängermodellen, durch den Einbau einer Meshfront, die dafür sorgt dass die Komponenten ausreichend mit kühlere Luft versorgt werden und auch den Airflow verbessert.
Der Front wurde, abgesehen vom Mesh, 2 graue metallische Zierblenden spendiert, die der Front einen besonderen Look verleihen, anders als sonst flacher Form bei anderen Hersteller. Ein Sharkoon Logo ist im unteren Bereich des Meshgitters angebracht.

Die schon erwähnte Lüfter sind genauer gesagt die Silent Storm RGB PWM 120mm, bieten ein Drehzahlbereich von 400 bis 1400 rpm und als Beleuchtung finden wir 9 adressierbare LEDs pro Lüfter. Die Einstellung der Beleuchtung der Lüfter erfolgt über den mitgelieferten und bereits eingebauten Controller. Diesen kann man entweder als Controller mit eigenen Beleuchtungsmodi nutzen oder als Hub durch die Verbindung am aRGB Header des Mainboards. Wird der Controller am Mainboard angeschlossen, ist die Steuerung über den Resetknopf nicht mehr möglich. Eine Anzahl von 8 aRGB Lüfter sind damit steuerbar. Wer auch im oberen Bereich des Gehäuses Lüfter einbauen will, der sollte über einen PWM Lüfter Hub nachdenken, um die Drehzahl den eigenen Bedürfnissen anpassen zu können und den Lüfter Header am Mainboard zu entlasten.
Die Seitenteile werden von der Rückseite durch jeweils 2 Rändelschrauben fixiert und lassen somit das Gehäuse etwas cleaner aussehen. Das Glas ist leicht getönt, was aber den Einblick auf die verbaute Hardware nicht stört.
Um den Betrieb staubfreier zu halten, finden wir auf den Deckel und hinter der Front
jeweils einen magnetisch fixierten Staubgitter. An der Unterseite befindet sich noch ein Staubfilter für das Netzteil, der nach hinten herausgezogen werden kann um ihn zu säubern.
Der Einschaltknopf, Resetknopf (alternativ Umschaltknopf für
den aRGB Controller), 2 x Status-LEDs, 2 x USB 3.0, 1 x USB-C und Audiobuchsen für Kopfhörer und Mikrofon befinden sich auf den Deckel des Gehäuses.
Das Innere des Gehäuses bietet ausreichend Platz für den Einbau eines Mainboards von einer mITX bis hin zu eATX Grösse. Ausreichende Kabeldurchführungen sind vorhanden, sowohl über als auch unterhalb des Mainboards. Seitlich finden wir Kabeldurchführungen passend für ein Mainboard bis zu einer ATX Grösse und zusätzliche für ein eATX Mainboard. Der Platz zwischen diesen Kabeldurchführungen wird auf der Rückseite für das Kabelmanagement genutzt. Leider werden beim TG7M keine Gummidurchführungen genutzt oder mitgeliefert, so dass die Kabel auf der Rückseite sichtbar bleiben und so das Kabelmanagement erschweren. Das PSU Cover bietet, durch die vorinstallierte Aufnahmen, den Einbau der 2,5 Zoll Laufwerktrays von der Rückseite, so dass diese sichtbar bleiben. Eine Öffnung im PSU Cover lässt den Blick auf das eingebaute Netzteil frei. Die auf dem Cover befindlichen „Schlitze“ dienen zur Umleitung des Luftstroms des unteren Frontlüfters, so dass die eingebaute Grafikkarte besser mit Luft versorgt wird.
Die Rückwand
stellt typisch eine Aussparung für die I/O Blende, 7 Slots mit Blenden für Erweiterungskarten und eine Aussparung für die mitgelieferte Blende für den vertikalen Einabu einer Grafikkarte.
Was den Platz für den hinteren Lüfter betrifft, hier ist leider nur der Einbau eines 120mm Lüfter möglich.
Die Gehäusewand bietet in der Front die Aufnahme von 3 x 120mm oder 2 x 140mm Lüfter,
was auch auf den Deckel zutrifft. Wie schon erwähnt, bleibt bei einer Montage der Lüfter in der Front zwischen Frontblenden und Gehäusewand, mehr Platz für ein Radiator, jedoch entfällt dabei die Möglichkeit der Nutzung des Filtergitters.
Die Rückseite des Mainboardtrays bietet genug Möglichkeiten für ein gutes Kabelmanagement, auch wenn man die Kabeln anders verlegt als vorgegeben. Die hier befindlichen
2,5 Zoll Laufwerktrays können werkzeuglos montiert werden, die Laufwerke müssen aber an den Trays verschraubt werden.
Im vorderen Bereich, unter dem PSU Cover, befindet sich noch ein HDD-Käfig. Hier ist der Einbau einer 3,5 Zoll Festplatte im Käfig und einer 3,5 Zoll Festplatte oder einem 2,5 Zoll Laufwerk auf den Käfig, möglich.
Das Netzteil liegt zur Entkopplung auf 2 Moosgummistreifen.

 

Kleiner Testeinbau

Verwendete Hardware:

  • Netzteil: Sharkoon Silent Storm Cool Zero 750W

  • Mainboard: Asus ROG Maximus XI Hero

  • CPU: Intel i7 9700k

  • CPU Kühler: Arctic Freezer 34 eSports Duo Weiss

  • RAM: Patriot Viper RGB 16GB DDR4-3600 CL17

  • Grafikkarte: 1 x MSI RTX 3070ti Ventus 3x 8GB
    1 x Gigabyte GTX 970 G1 Gaming Windforce

  • Laufwerk: Micron 240GB SATA SSD

Der Einbau war dem verfügbaren Platzangebot entsprechend leicht und der kurze Testbetrieb angenehm leise.
Auch die RGB Steuerung war problemlos möglich, sowohl per Resetknopf als auch per Software, bei einer Verbindung mit einem aRGB Header am Mainboard.

Das „Vertical Graphics Card Kit“

Das mitgelieferte Kit für den vertikalen Einbau einer Grafikkarte beinhaltet einen PCIe 3.0x16 Riser Kabel, Schrauben und eine Halterung für die Befestigung des Riserkabels im Gehäuse. Leider ist diese Halterung nicht für das TG7M Gehäuse geeignet. Hier müssen die Abstandshalter für die Befestigung auf dem PSU Cover genutzt werden. Dadurch geht meiner Meinung nach etwas an Stabilität des PCIe Slots am Riserkalbel verloren. Wie oben schon erwähnt, ist hier nur der vertikale Einbau einer 2-Slot Grafikkarte möglich.

Mein Fazit

Das Sharkoon TG7M Gehäuse kann durchaus überzeugen, auch wenn paar Kleinigkeiten noch Verbesserungen benötigen. Sharkoon ist aber auf den besten Weg dahin, wenn man die Entwicklung der TG Reihe anschaut, sowie die neuen Produkte aus dem Hause Sharkoon. Für einen aktuellen Preis von knapp 103 Euro ( https://geizhals.de/sharkoon-tg7m-rgb-a2655435.html ) bekommt man ein solides Case das sich zeigen lässt. Von mir eine klare Kaufempfehlung für jemanden der nicht viel ausgeben will, dennoch ein tolles Case haben möchte.

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