Test it-Keep it: Cooler Master MM720

Ein Review von Malte Latton

Liebe Community!

Die Frage nach der „richtigen“ Peripherie am heimischen Gaming-PC ist mindestens genau so intim wie die Frage, ob es nun Call of Duty oder Battlefield in den Shooter-Olymp schaffen sollte – und das sogar noch vor dem Grundsatz, ob eine aktuelle Grafikkarte zu Mondpreisen mehr Sinn ergibt als das Modell von gestern.
 
So kommt es kurz vor dem Knall eben auf eigene Vorlieben und Geschmäcker an – und die sind bekanntlich so grundverschieden und Vielfältig, wie eben Gaming an sich nur sein kann. Kommen wir also zum eigentlichen Kern der Sache: der „richtigen“ Peripherie, denn nebst der Tastatur, die möglichst allen noch so ausgefallenen Ansprüchen gerecht werden soll, ist ein Gaming-Setup erst mit einer optimalen Maus so wirklich komplett und entfaltet seinen vollen Genuss.
 
Auf diesem Weg hat sich Cooler Master wieder einmal nicht lumpen lassen und geht mit der „MM 720 Master Mouse“ an den Start. Diese hat zwar mittlerweile seit Release einige Monate auf dem Buckel, aber das macht dieses Präzisionsgerät nicht wenig spannend. Überhaupt hat sich Cooler Master seit einiger Zeit mit einigen interessanten und bisweilen recht originellen Produkten durchaus in die Köpfe einer wachsenden, digitalen Community gebrannt.
 
Ob es sich um den recht skurrilen 90 Grad ATX Adapter mit eigenen Kondensatoren oder dem hervorragenden Masterfan 360 handelt – an Ideen mangelt es dem taiwanesischen Hersteller seit Gründung im Jahr 1992 also ganz und gar nicht. So hat es nun der direkte Nachfahre der MM710-Maus direkt in mein kleines, digitales Testlabor geschafft – und für ordentlich Eindruck gesorgt. Fangen wir doch am besten ganz von vorne an, oder?
 
Wie bereits beim Vorgänger auch verfügt die MM720 über ein schickes Honigwabenmuster, welches sich über die halbe Länge des Körpers erstreckt. Dank der IP58 (Staub/Wasserbeständigkeit) Zertifizierung sollte die Maus mit schwitzigen Händen und staubigen Umgebungen trotz des luftigen Covers also keine Probleme bekommen. Mit einem Gewicht von knappen 49 Gramm ist das Lochmuster wohl eher einem peppigen Style, und weniger einem hohen Gewicht an sich geschuldet.
 
Trotzdem – gerade im Bezug auf die integrierte und dank einer Software programmierbaren RGB-Beleuchtung eine durchaus elegante Kombination, die für Eindruck sorgt. Über das für und wider einer solchen Wahl lässt sich in Zeiten von bunt beleuchteten Cases, Monitoren, Lüftern und Bildschirmen nun wirklich schwer streiten – oder nicht? Wen es dennoch stören sollte – natürlich lässt sich die Beleuchtung auf Wunsch via Software auch einfach abschalten.
 
Ein weiterer Hingucker ist definitiv die Ergonomie der MM720. Während klassische Mäuse eher mit einer Kuppel daher kommen, bietet Cooler Master mit dieser Maus ein System, welches sich optimal mit einer Art „Klauengriff“ führen lässt. Dabei gleitet der Ringfinger in die Ausbuchtung an der rechten Seite und sorgt somit für eine erhöhte Führungsstabilität. Daumen und kleiner Finger bleiben in der bereits gewohnten Stellung.
 
Aufgrund des flachen Profils liegt die Hand im direkten Vergleich zum Vorgängermodell wesentlich flacher auf und kann somit präziser geführt werden. Was sich in den ersten Momenten eher kontra-intuitiv anfühlt, entfaltet allerdings nach wenigen Stunden seine volle Wirkung und sorgt für ein deutlich angenehmes Handling gegenüber konventionellen Mäusen.
 
In Sachen Verarbeitungsqualität macht das gute Stück einen sehr soliden Eindruck. Trotz des eingangs angesprochenen sehr geringen Gewichts wirkt das hier verbaute Plastik recht wertig und hat ein matt-glattes Finish mit äußerst weichen Akzenten. Das Kabel ist mit einem Gewebe versehen, welches diesmal im Gegensatz zum Vorgänger deutlich dicker verkleidet ist.
 
Was es damit auf sich hat, bleibt sicherlich ein Geheimnis. Trotzdem rundet die Fünf-Tasten Maus mit diesem Erscheinungsbild eine ordentliche Vorstellung ab und weiß zu punkten. Apropos „weiß“ – Cooler Master bietet neben der klassischen Farbe auch ein stylisches schwarz an.
 
Unter der Haube hat der kleine Taschenspieler auch so einiges zu bieten. Mit dem optischen PMW3389-Sensor können bis zu 16.000 DPI in sieben verschiedenen Stufen über einen Knopf auf der Rückseite oder wahlweise mit zahlreichen Detailoptionen via separater Software eingestellt werden – hierzu später mehr.
 
Insgesamt gleitet die Maus dank Pads aus PTFE auf der Unterseite grundsätzlich butterweich über jedes Mauspad. Dank mitgelieferter Grip Pads, welche aufgeklebt werden können, kann die Maus dann auch noch leicht im Handling angepasst werden. Gar nicht schlecht!
Was wäre moderne Peripherie ohne entsprechende Software? Wie bereits angeklungen gibt es die Option, die Maus in zahlreichen Varianten auf die eigenen Bedürfnisse einzustellen. Dieses Angebot richtet sich dann aber wohl eher an den absoluten Gaming-Nerd.
 
Ob nun eine Taste erst nach 4ms, 8ms oder in etlichen Stufen nach 32ms auslöst ist dabei mindestens genau so reine Geschmacksfrage wie in welchen DPI-Schritten die Maus eingestellt werden kann. Wer sich allerdings viel mit dieser Thematik auseinandersetzt und darüber hinaus täglich etliche Stunden am Computer verbringt, kann hier sicherlich das eine oder andere Benefit herausziehen.
 
Für den klassischen „Wald und Wiesen Gamer“ ist das Ganze zwar sicherlich einen Blick wert – aber nicht wirklich ein ultimatives Must Have. Trotzdem ist es gut zu wissen, dass diese Option überhaupt besteht und sich hier auch abseits des haptischen Designs Gedanken gemacht wurden.
 
*FAZIT*
Puh. Was für ein Ritt! Es ist wirklich alles andere als einfach, so etwas essenzielles wie eine gute Maus zum Zocken zu finden. Noch schwieriger wird es dann aber, eine solche zu bewerten. Fakt ist – ich habe große Hände! Alleine unter diesem Gesichtspunkt empfinde ich die MM720 als einen echten Segen. Ja – es gibt auch andere Mäuse in allen nur erdenklichen Variationen, Formen, Farben und Features. Was Cooler Master hier allerdings vorlegt, ist für mich ganz persönlich eine wirkliche Erleichterung. Zu Beginn hat mich das ungewohnte Design und die damit verbundene Handhaltung etwas überfordert.
 
Als ich dann aber mit der Maus warm wurde, war das für mich ganz persönlich ein großer Gewinn. Ob nun RGB ja oder nein, eine zusätzliche softwarebasierte Einstellungsoption in allen nur erdenklichen Dimensionen und den optionalen Grip Pads wirklich das sind, was Gamer da draußen benötigen, muss jeder für sich selbst beantworten. Cooler Master hat zwar mit der MM720 das Rad nicht vollständig neu erfunden, dafür aber in Sachen Ergonomie und Handling ein fast vergessenes Design auf so elegante und optimale Weise hervorgeholt, dass es mir dabei ein warmes Lächeln auf die Lippen gezaubert hat.
 
Ganz am Ende bleibt eigentlich nur zu sagen, dass die Wahl der „richtigen“ Maus eine mindestens genau so persönliche Frage ist wie Gaming an sich: dem individuellen Wohlfühlcharakter angepasst – und hier schließt sich der Kreis. Geschmäcker sind verschieden, und das ist auch gut so. Um so besser, dass Cooler Master hier eine weitere interessante und vor allem hochwertige Möglichkeit geschaffen hat, in ferne Welten am heimischen PC einzutauchen!
 
Vielen Dank an Cooler Master für die freundliche Bereitstellung des Rezenssionsexemplares!
Es grüßt,
Malte Latton

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